Wie echt ist das, was wir auf einem Bildschirm sehen? Mit „Imposter“ präsentiert das inIT in der Sonderausstellung „A KInd of Art. Künstliche Intelligenz trifft (Weser-)Renaissance“ im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake einen interaktiven Demonstrator, der eindrucksvoll zeigt, wie leicht sich digitale Identitäten manipulieren lassen. Entwickelt wurde er von Erdem Sengün, wissenschaftlicher Mitarbeiter, und Alexander Toppka, studentische Hilfskraft, aus der Forschungsgruppe Vernetzte Automatisierungssysteme unter der Leitung von Prof. Dr. Henning Trsek.
Täuschend echt: KI als Sicherheitsrisiko
Angela Merkel, Mona Lisa – wer willst du heute sein? Der Demonstrator nutzt das Open-Source-Modell LivePortrait, um in Echtzeit ein Foto mit den Gesichtszügen der Besucherinnen und Besucher zu animieren. Zunächst wählen sie eines der bereitgestellten Porträts aus – darunter auch bekannte historische oder öffentliche Persönlichkeiten. Anschließend überträgt das System ihre Mimik über die Webcam auf das gewählte Gesicht. So entsteht eine lebensechte „Deepfake“-Animation, die veranschaulicht, wie einfach sich digitale Abbilder erzeugen lassen.
Hinter der Anwendung steckt ein komplexer technischer Prozess: Jedes Webcam-Bild wird an das KI-Modell übergeben, das die Bewegungen auf das Quellbild überträgt. Die rechenintensive Berechnung erfordert die parallele Verarbeitung moderner Grafikkarten und zeigt anschaulich, wie leistungsfähig heutige Deep-Learning-Modelle sind.
Bewusstsein schaffen
Ziel des Demonstrators ist es, das Bewusstsein für Risiken digitaler Täuschung zu schärfen – etwa für Betrugsversuche oder Identitätsdiebstahl in Videokonferenzen. Besucherinnen und Besucher können selbst ausprobieren, wie überzeugend, aber auch fehleranfällig solche KI-basierten Manipulationen sind.
„Nicht alles, was auf einem Bildschirm echt aussieht, ist es auch“, sagt Erdem Sengün. „Imposter macht erlebbar, wie wichtig kritisches Hinterfragen und Medienkompetenz im Umgang mit KI-generierten Inhalten sind.“
Sonderausstellung bis Mitte Dezember
Mit der Sonderausstellung „A KInd of Art“ schlägt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Sie ist noch bis zum 14. Dezember 2025 im Schloss Brake in Lemgo zu sehen. Interessierte können dort verschiedene Facetten und Anwendungsmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz entdecken.
Weitere Informationen gibt es unter: https://museum-schloss-brake.de/portfolio_page/akindofart/



