Als eines der führenden Kolloquien zur industriellen Kommunikation brachte das diesjährige Jahreskolloquium „Kommunikation in der Automation“ (KommA) Fachleute aus ganz Deutschland in Magdeburg zusammen.
Die Veranstaltung fand am 11. und 12. November am Institut für Automation und Kommunikation (ifak) statt. Unter der Tagungsleitung von Prof. Dr. Lisa Underberg (ifak) und Prof. Dr. Jürgen Jasperneite (inIT | Fraunhofer IOSB-INA) diskutierten Expertinnen und Experten über aktuelle Entwicklungen der industriellen Kommunikation. Besonders erfreulich war die starke Beteiligung aus Lemgo: Neben Krithiga Ramesh (inIT) präsentierte das Fraunhofer IOSB-INA insgesamt sieben Beiträge.
Zwei Tage Fachdialog in Magdeburg
Die KommA wird im jährlichen Wechsel in Lemgo und Magdeburg ausgerichtet. In diesem Jahr stellte das ifak ein vielseitiges Programm aus Keynotes, Fachvorträgen und Diskussionsrunden zusammen. Unter der gemeinsamen Tagungsleitung von Prof. Dr. Lisa Underberg und Prof. Dr. Jürgen Jasperneite wurden die Teilnehmenden durch zwei intensive Veranstaltungstage begleitet, die erneut wertvolle Impulse für die industrielle Kommunikationsforschung boten.
Impulse aus Forschung und Praxis: Keynotes zur Zukunft industrieller Kommunikation
Ein inhaltlicher Höhepunkt der KommA 2025 war die Keynote von Prof. Dr. René Simon von der Hochschule Harz. Unter dem Titel „Virtuelle Steuerungen – Evolution, Stand der Technik und Anforderungen an die industrielle Kommunikation“ beleuchtete er die Entwicklung von klassischen, hardwarebasierten speicherprogrammierbaren Steuerungen hin zu modernen virtuellen Implementierungen. Er zeigte auf, welche technologischen Fortschritte diesen Wandel ermöglichen, welches Anwendungspotenzial virtuelle Steuerungen bereits heute bieten und welche neuen Anforderungen sich daraus für industrielle Kommunikationssysteme ergeben.
In einer weiteren Keynote gewährte Alexander Bentkus von der Deutschen Bahn Einblicke in die Einführung industrieller 5G-Netze im Bahnumfeld. In seinem Vortrag mit dem Titel „Industrielle 5G-Netze der Deutschen Bahn – Einsatzgebiete, Potenziale, Herausforderungen“ zeigte er, wie die Technologie schrittweise in Instandhaltungseinrichtungen der Deutschen Bahn erprobt und ausgerollt wird. Er hob besonders das neue DB-Werk in Cottbus hervor, das ab Januar 2026 das erste produktive 5G-Netz für die schwere Instandhaltung der ICE4-Flotte in Betrieb nehmen wird.
Krithiga Ramesh präsentiert Forschung zu CNN-basiertem SLAM
Krithiga Ramesh, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Computernetzwerke unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Jasperneite, stellte auf der KommA 2025 ein Paper vor, das die Ergebnisse ihrer Masterarbeit weiterführt. Unter dem Titel „Lightweight CNN-Augmented SLAM: A ROS-2 Framework for Mapping and Loop Closure“ präsentierte sie einen Ansatz, der klassische SLAM-Verfahren um Convolutional Neural Networks (CNNs) erweitert, um sowohl die Kartenqualität als auch die Erkennung von Schleifenabschlüssen (Loop Closures) zu verbessern.
Der Ansatz zielt darauf ab, die Umgebungserfassung robuster und effizienter zu gestalten, insbesondere in komplexen industriellen Umgebungen. Das vorgestellte ROS-2-basierte Framework zeigt, wie neuronale Netze gezielt eingesetzt werden können, um Wahrnehmungsalgorithmen in der Robotik und Automatisierung zu stärken. Der Beitrag fand in den fachlichen Diskussionen der KommA viel Resonanz und stieß bei den Teilnehmenden auf großes Interesse.
Austausch in besonderem Ambiente: Abendveranstaltung in Magdeburg
Den Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete eine gemeinsame Abendveranstaltung im Haus des Handwerks in Magdeburg. In historischer Atmosphäre hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, den fachlichen Austausch des Tages in einem entspannten Rahmen fortzusetzen. Neben intensiven Gesprächen und Networking sorgte ein „Networking Bingo” für zusätzliche Interaktion und eine lockere Stimmung.
Ein voller Erfolg und wichtige Impulse für die industrielle Kommunikation
Mit zahlreichen Fachbeiträgen, intensiven Diskussionen und einer lebendigen Abendveranstaltung bot die KommA 2025 erneut wertvolle Impulse für die industrielle Kommunikationsforschung. Für Prof. Dr. Jürgen Jasperneite steht vor allem der kontinuierliche Austausch im Mittelpunkt des Kolloquiums:
„Die KommA lebt vom offenen Dialog zwischen Wissenschaft und Industrie. Der Austausch zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie wichtig gemeinsame Diskussionen sind, um technologische Entwicklungen kritisch einzuordnen und weiter voranzubringen. Besonders freue ich mich darüber, dass wir in diesem Jahr so viele Beiträge aus Lemgo einbringen konnten.“



